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In den fünf Jahren, die seit ihrem Debüt-Paukenschlag vergangen sind, haben Domination Inc. innerhalb der weltweiten Metal-Szene einen Höhenflug nach dem anderen erlebt und überschwängliches Lob sowohl für ihre Studioaufnahmen als auch Live-Performance eingeheimst. Die griechischen Energiebündel drohten, Schwergewichten wie Kreator, Annihilator oder Sepultura als Vorgruppe die Show zu stehlen, stiegen erfolgreich als Headliner auf internationale Bühnen und hinterließen auch auf Festivals wie dem Wacken Open Air nachhaltigen Eindruck.

Nach einem solchen Durchmarsch und angesichts ihrer hinzugewonnenen Erfahrung steht außer Frage, , dass man die Musiker weiterhin Thrash-Kinder nennen darf, wie der Titel ihres Einstands suggerierte … doch sollte noch ein Zweifel daran bestehen, fegt ihr zweites Album Memoir 414 ihm im großen Stil beiseite.

„Wir wollten nicht mehr so stark nach der alten Thrash-Schule klingen wie zu Anfang und haben die neuen Stücke gezielt mit diesem Vorsatz geschrieben“, erklärt Schlagzeuger Alpha. „Es sollte heavier und moderner zugehen, aber die Energie unseres frühen Materials musste erhalten bleiben.“ Hört man die kraftvolle Produktion, erkennt man gleich, dass das keine leeren Versprechungen sind. Nachdem die Band zusammen mit dem ehemaligen Septic-Flesh-Drummer Fotis Benardo Grundarbeit in den renommierten Devasoundz Studios geleistet hatte, vertraute sie das Mastering den geübten Händen von Henrik Udd (Architects, At The Gates, Dimmu Borgir u.v.m.) an, und was dabei herauskam, ist nichts weniger als Thrash Metal auf der Höhe der Zeit, der neue Standards festlegt und die Messlatte somit auch für jeden anderen Genre-Act – ob Newcomer oder Veteranen – höher anlegt.

Der scheinbar kryptische Titel lässt sich eigentlich leicht entschlüsseln, denn „D und N sind der jeweils vierte und 14. Buchstabe des Alphabets, also handelt es sich bei der Zahl schlicht um eine Abkürzung für unseren Bandnamen. Das Wort ‚Memoir‘ bedeutet ja so etwas wie Lebensbeichte und bezieht sich darauf, dass wir mit den Songs eine Geschichte erzählen.“ Ungeachtet eines düster getragenen Zwischenspiels wie ‚Crux, Nux, Lux …‘ als Verbindungsstück zwischen einzelnen Stücken, die Memoir 414 zu einem in sich geschlossen Werk machen, „folgen die Kompositionen keinem durchgehenden Narrativ, sondern nur einem Leitthema, indem sie unsere Sicht auf bestimmte gesellschaftliche Entwicklungen und die Erkenntnis widerspiegeln, dass das Elend, das sich Tag für Tag abspielt, mit unserer inneren Einstellung zusammenhängt.“

Das Artwork des Albums fertigte Vagelis Petikas von Revolver Design (Megadeth, Nightrage) an, ein Landsmann der Mitglieder. Es beruht auf deren besagter Ausgangsidee. „Es enthält viele Symbole“, sagt Alpha. „Tatsächlich wurde es traditionell handgemalt und lässt sich auf unterschiedliche Art interpretieren, doch das Herz steht bewusst im Zentrum, und das Muster des Hintergrund erinnert nicht umsonst an Gehirnwindungen.“ Domination Inc. verschmelzen auch wirklich die für Musik stets wichtige emotionale Komponente mit rasiermesserscharfem Intellekt, sodass man eine Band zu hören glaubt, die zwar aus dem Bauch heraus spielt, aber nicht konzentrierter vorgehen könnte.

Lieder wie ‚Culling‘ oder ‚Cutting Edge‘, die klassische Genre-Stilmittel mit zeitgenössischeren Anwandlungen der Marke Pantera und sogar Black-Metal-Elementen versöhnen, zünden sofort – nicht zuletzt dank des bombastischen Sounds, der jedem Instrument Raum gewährt, wobei etwa ‚Eye‘ als rhythmischer Quertreiber trotzdem einen höllischen Groove aufweist. Die Jungspunde zeigen sich unberechenbarer denn je, indem sie mit ‚Love Me Forever‘ eine nicht gerade naheliegende Motörhead-Nummer covern. „Wir wollten der Scheibe einen besonderen Dreh verleihen und versuchten uns einfach beim Proben an dem Stück. Es funktionierte, obwohl wir es auf unsere Weise ausgelegt, die zweite Strophe mit einem neuen Riff versehen und das Schlagzeug anders arrangiert haben, allerdings mit Respekt vor der Originalfassung.“

Ansonsten beeindrucken die kompakten Vorschlaghämmer ‚Dehumanized‘ – eine Verjüngung des Genres wie seinerzeit, als ihm The Haunted eine Hardcore-Spritze versetzten, ohne auf griffige Melodien zu verzichten – und ‚The Sickening‘, das von einem stilvollen Videoclip begleitet wird und womöglich das repräsentativste Stück der Platte ist. Im Gegensatz dazu erweist sich das sage und schreibe zehnminütige ‚Day VIII Deus’ Ignorance‘ als bisheriges Magnum Opus der Gruppe herausstellt, ein Epos im wahrsten Sinn des Wortes. „Der ursprüngliche Gedanke hinter dem Album besteht in der Annahme, dass man es sich mit simpler Schwarzweißmalerei zu einfach macht“, erläutert der Drummer weiter. „Wir Menschen können jedoch frei wählen und entscheiden, ob wir Gutes oder Schlechtes unterstützen. Kunst oder Kreativität allgemein sind etwas Positives, wohingegen die breite Masse anscheinend lieber eine negative Haltung annimmt. Wir finden, dass man dem ganzen Mist, der im Leben passiert, den Kampf ansagen muss, denn im Grunde gibt es keine bessere Alternative dazu.“ Folglich befinden wir uns hiermit wieder auf vertrautem Metal-Terrain, wo es vor allem um Selbstermächtigung und Individualismus geht; man packt den sprichwörtlichen Stier an den Hörnern und lässt Taten anstelle von Worten sprechen.

Was dies angeht, kann kein aufmerksamer Künstler von den sozialen und politischen Spannungen vor seiner Haustür unberührt bleiben. „Klar sind wir Griechen, und unser lokales Umfeld schlägt sich in der Musik nieder, die wir machen“, bestätigt Alpha, schiebt aber rasch nach, dass sich die Band als Global Player versteht. „Diese Songs markieren einen Neuanfang und sollen Zeichen setzen.“ Darum mag das „Inc.“ zwar angehängt worden sein, um juristischen Konflikten mit gleichnamigen Kapellen vorzubeugen, doch diese Ergänzung kommt gerade zum richtigen Zeitpunkt in der Karriere des Fünfers, der sich jetzt noch verbindlicher von der mittelmäßigen Mehrheit abgrenzt: Domination Inc. sind eine echte Marke – bestens aufgestellt und eine Maschine, die im wahrsten Sinn des Wortes wie geschmiert läuft. Ihr Ziel? Die Weltherrschaft!

von Andreas Schiffmann

DOMINATION INC. SIND:

Alpha  - Schlagzeug
Ares - Gitarre
Theo - Gesang
Kostas - Gitarre
Jim - Bass